MODELLVERSUCH "VERNETZTE VERWALTUNG"

Vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen im rechtlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Bereich stellt sich zwangsläufig auch die Frage nach dem Erfordernis von neuen Formen des Verwaltungshandelns.
Dies zu ergründen ist Gegenstand des Modellversuchs „Vernetzte Verwaltung“, den d-NRW im Auftrag des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen begleitet.
Aufgabe von d-NRW ist die Koordination und Unterstützung des Gesamtvorhabens.

Ziel des Modellversuches ist es, neue Formen der vernetzten Verwaltung auf der Basis von neuer Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zu erproben und dadurch neue Formen einer wirtschaftlichen und bürgerorientierten öffentlichen Leistungserbringung zu realisieren. Dabei werden unter neuer IKT v. a. die Internettechnologien sowie darauf basierende Anwendungen verstanden, wozu insbesondere Netzwerktechnologien, Datenbanken und Systeme zur elektronischen Vorgangsbearbeitung gehören. Durch diese Technologien ist es möglich, zeitliche und räumliche Unabhängigkeit zu erreichen, da Daten, Softwarefunktionen und Leistungen allgegenwärtig zur Verfügung stehen.

Um die Potentiale der IKT zu nutzen, genügt es nicht, lediglich die Verwaltungsprozesse zu digitalisieren, vielmehr sind mit dem IKT-Einsatz auch neue Organisationsformen der Leistungserbringung erforderlich, um Verwaltungsarbeit nicht bloß zu beschleunigen, sondern effizienter und effektiver zu gestalten.
Weiterhin soll durch die Vernetzung ein wirtschaftliches und bürgerorientiertes Verwaltungshandeln realisiert werden.


Im Rahmen des Modellversuches soll das Vernetzungspotential einerseits durch neue Formen der Bündelung von Leistungen an der Schnittstelle zum Bürger (sog. Front-Office-Integration) und andererseits durch eine Bündelung von Unterstützungsprozessen, die keinen Entscheidungscharakter aufweisen, erprobt werden.

Der Projektablaufplan gliedert den Modellversuch, der eine Laufzeit von zwei Jahren hat (Sommer 2008 bis Sommer 2010) in insgesamt vier Phasen.
Phase I diente der allgemeinen Vorbereitung der Projekte. Im Rahmen der Planungsphase (Phase II) wurden insbesondere fachliche Basiskonzepte für die Einzelprojekte erarbeitet. In der sich anschließenden Realisierungsp

hase (Phase III) erfolgt die Umsetzung der neuen vernetzten Systeme auf der Grundlage der Basiskonzepte, die fortlaufend weiter konkretisiert werden. Phase IV beinhaltet die Evaluierung der erreichten Ergebnisse und die Bewertung des Projektablaufes. Die Ergebnisse des Modellversuchs werden in einer Dokumentation bekannt gegeben; ein Transfer wird durch die Evaluierungsberichte für die Einzelprojekte ermöglicht.

Die Ergebnisse der vier Einzelprojekte werden unter dem Dach des Gesamtprojektes zusammengeführt; die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens erfolgt durch das IfG.CC der Universität Potsdam. Die Erkenntnisse des Modellversuches sollen als „Blaupause“ für andere Kommunen dienen, d.h. geeignet sein, um an anderer Stelle gleichartige oder vergleichbare Lösungen mit geringerem Aufwand realisieren zu können.

Projektorganisation


Um den Modellversuch als Gesamtprojekt umsetzen zu können, wurde eine Struktur geschaffen, die eine effektive Umsetzung der Einzelprojekte, den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und einen frühzeitigen Transfer der Projektergebnisse auf andere Kommunen ermöglicht.

 

Zielsetzung:

Die Frage, ob eine moderne Verwaltung – jenseits des Zuständigkeitsdenkens – mit zentralen Servicestellen wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich machbar ist, wird gegenwärtig in vier Projekten, die 2007 im Rahmen eines landesweiten Interessenbekundungsverfahrens ausgewählt worden sind, untersucht:

 

 


 

Interkommunales Finanzzentrum Baumberge

Informationen zum Teilprojekt der Gemeinden Havixbeck und Nottuln

 

 


 

Servicestelle Personal

Informationen zum Teilprojekt des Kreises Warendorf sowie der Stadt Sendenhorst und der Gemeinden Everswinkel und Ostbevern

 

 


 

Shared Service Center - Digitale Postbearbeitung

Informationen zum Teilprojekt der Kreise Soest und Märkischer Kreis sowie der Städte Lippstadt und Soest

 

 


 

Vernetzte Verwaltung Nordlippe

Informationen zum Teilprojekt der Stadt Barntrup sowie der Gemeinden Dörentrup, Extertal und Kalletal

 

 


 


In den Projekten soll u. a. ermittelt werden, auf welche Weise E-Government einen Beitrag zum Bürokratieabbau leisten kann. Die Einrichtung zentraler Servicestellen ist dabei insbesondere unter dem Aspekt des Abbaus von Redundanz zu betrachten. Weiterhin ist beabsichtigt, technische und semantische Standards zu entwickeln und rechtliche Regelungen für die vernetzten Strukturen zu definieren.

 

 

Kontakt

  • Ansprechpartner:
    Markus Both

  • E-Mail:
    both[at]d-nrw.de

  • Telefon:
    +49 (0)231/222438-44