„Einfach anfangen“

Vorstellung des Gewerbe-Service-Portals.NRW 
auf dem e-nrw-Kongress

„Wir müssen schneller werden“, forderte Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises-Neuss in seiner Eröffnungsrede auf dem e-nrw-Kongress. „Wir brauchen mehr Mut, Dinge einfach anzufangen und dann zu verbessern“, ergänzte er. Nach diesem Motto ging auch die d-NRW AöR mit ihrem Partner KDN vor, als im Auftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums in nur sechs Wochen das Gewerbe-Service-Portal.NRW entwickelt wurde. Das Portal ging Anfang Juli 2018 live und konzentrierte sich zunächst auf einen Kernprozess – die elektronische Gewerbeanmeldung. Anstatt zwei Jahre lang auf ein komplett ausgereiftes Produkt zu warten, entschieden sich die Projektbeteiligten das Portal deutlich früher zu starten und Schritt für Schritt auszubauen. Auch das Rad musste für das Gewerbe-Service-Portal.NRW nicht sprichwörtlich neu erfunden werden. Vorhandene Komponenten wie das Content-Management-System des Landes, die Verwaltungssuchmaschine oder Chatbot Guido wurden als Bausteine in das System eingefügt.

Das Ziel ist es, eine Kommunikationsplattform für Verwaltungen und Unternehmen zu schaffen, die eine vollständig digitale Antragstellung ermöglicht. Viele Medienbrüche, die derzeit Gewerbetreibenden und Verwaltungen das Leben erschweren fallen zukünftig weg. Bisher musste beispielweise ein Antrag zur Gewerbeanmeldung erst aus dem Internet heruntergeladen, ausgedruckt und anschließend ausgefüllt per Post an die Behörde verschickt werden. Dort mussten Daten dann händisch in ein Fachverfahren übertragen werden – ein Umstand, der in NRW bald Geschichte sein wird.

Jürgen Platte, Projektmanager bei d-NRW stellte auf der Veranstaltung in Neuss den aktuellen Stand des Gewerbe-Service-Portals.NRW vor. Seit dem Start im Juli wurde das Portal weiter ausgebaut. Chatbot Guido, der bei der Ermittlung des Wirtschaftszweig-Schlüssels hilft, wurde stabilisiert und sprachlich verbessert. Das Redaktionssystem wurde um die Unternehmensformen „GmbH“ und „GmbH & Co. KG“ erweitert. Derzeit erfolgt die Anpassung an den Rechtsrahmen des Landes NRW. Dies beinhaltet die Verordnung zur Regelung der technischen und funktionalen Anforderungen und Grundlagen des Gewerbe-Service-Portal.NRW (GSP.NRW VO) sowie Anpassung der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung des Landes NRW.

Folgende Funktionen werden in den nächsten Wochen und Monaten ergänzt:

·        Anbindung an das elektronische Bezahlsystem ePayBL

·        Gewerbeummeldung

·        Gewerbeabmeldung

·        Erweiterung des Chatbots Guido um freie Berufe

·        Nutzung des allgemeinen Transportstandards „XFall“

Eine wichtige Basiskomponente für eine medienbruchfreie Nutzung des Portals ist auch das vom KDN entwickelte Servicekonto.NRW. Prof. Dr. Andreas Engel, Geschäftsführer des KDN stellte das Konto vor. Die Idee: Nutzer registrieren sich einmalig und können mit dem Servicekonto alle E-Government-Dienste in NRW nutzen. Datenschutz wird dabei großgeschrieben. Der Dienst ist beispielsweise kompatibel mit dem europäischen Sicherheitsstandard für Identitätsdienste (eIDAS). Nutzer behalten die Hoheit über das eigene Konto. Sie können etwa selbst Stammdaten ändern, Passwörter zurücksetzen oder das eigene Konto löschen. Bis Oktober 2018 verzeichnete das Servicekonto.NRW bereits knapp 8.000 Nutzer.

Weitere Infos unter:

https://www.e-nrw.info/

https://gewerbe.nrw/

servicekonto.nrw/serviceaccount/