Radon in NRW

Quelle: LIA NRW

Neue Website informiert über Risiken

Es ist unsichtbar, radioaktiv und in geringen Mengen gesundheitlich unbedenklich. Reichert sich das Edelgas Radon jedoch in größeren Mengen in der Raumluft an, erhöht sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Um diese Gefahr zu minimieren, schreibt das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) bundesweit einen Referenzwert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen vor. In Nordrhein-Westfalen wurde daraufhin die Zentrale Radonstelle des Landes Nordrhein-Westfalen am Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) eingerichtet. Sie unterstützt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Umsetzung des Radon-Maßnahmenplans des Bundes. Dazu gehört unter anderem, das Vorkommen von Radon innerhalb von Nordrhein-Westfalen zu untersuchen und die Bürgerinnen und Bürger über das radioaktive Element und seine gesundheitlichen Auswirkungen aufzuklären.

Um diese Informationen für Bevölkerung, Arbeitgeber sowie im Bausektor Tätige übersichtlich zur Verfügung zu stellen, hat die Zentrale Radonstelle NRW am 10.06.2021 einen eigenen Internetauftritt gelauncht. Die Umsetzung der Website erfolgte durch die d-NRW AöR und ihren Partner flowconcept im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Unter www.radon.nrw.de finden Nutzerinnen und Nutzer neben allgemeinen Inhalten über Radon und seine möglichen gesundheitlichen Auswirkungen auch Informationen über Maßnahmen zum Schutz vor Radon und über Radon-Messprogramme des Landes.

Landes-CMS als Grundlage
Grundlage für die neue Website der Zentralen Radonstelle NRW ist das auf Drupal basierte Landes-Content-Management-System nrwGOV. Dieses gewährleistet beispielsweise ein einheitliches Design verschiedener Seiten der Landesverwaltung sowie eine benutzerfreundliche Oberfläche. Doch das ist längst nicht alles: „Eine Besonderheit des Auftritts ist die Nutzung des nrwGOV-systemeigenen Web-Formulars zur Buchung von Radon-Messprogrammen. Um die Belastung mit Radon in Innenräumen zu messen, kann mit sogenannten Exposimetern eine Testung aufwandsarm durchgeführt werden“, so Pia Honikel, Projektleiterin bei der d-NRW AöR. Zurzeit gibt es noch kein Radon-Messprogramm, an dem sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Falls ein solches Radon-Messprogramm gestartet wird, wird dies auf der Webseite angekündigt und das Web-Formular zur Anmeldung freigeschaltet.

Besucherinnen und Besucher können die Seite auf mobilen Endgeräten nutzen. Das Design passt sich dem Endgerät an. Dabei werden zum Beispiel Bilder auf die vom Gerät benötigte Auflösung heruntergerechnet, um insbesondere bei der mobilen Nutzung das zu übertragende Datenvolumen zu reduzieren

Was ist Radon?
Radon ist ein Gas, das auf natürliche Weise entsteht und überall vorkommt. Es ist in kleinsten Mengen in der Luft enthalten. Man kann es nicht sehen, riechen oder schmecken. Als Edelgas verbindet es sich nicht mit anderen Stoffen und ist daher sehr beweglich. Außerdem ist Radon radioaktiv, seine Atomkerne sind also nicht stabil. Sie zerfallen in sogenannte Folgeprodukte und senden dabei energiereiche Strahlung aus. Die meisten der Folgeprodukte sind ebenfalls radioaktiv. Allerdings sind sie, im Gegensatz zu Radon, keine Edelgase mehr und binden sich deshalb in der Luft sehr schnell an Schwebeteilchen wie zum Beispiel Staub.

Durch Poren und Risse im Boden dringt das Radon an die Erdoberfläche. Hier vermischt es sich mit der Außenluft. Im Jahresdurchschnitt liegt die Aktivitätskonzentration von Radon im Freien in Deutschland gewöhnlich zwischen fünf und 30 Becquerel pro Kubikmeter Luft.

Die einfachste Methode um die Konzentration von Radon in der Raumluft zu verringern, ist regelmäßiges und intensives Lüften. Bei stark erhöhten Radonwerten in bestehenden Gebäuden können bauliche Maßnahmen helfen, wie etwa eine Lüftungsanlage oder das Abdichten von Öffnungen zum Boden, damit das Radon schwerer in das Gebäude eindringen kann. Für Neubauten ist es sinnvoll, den Schutz vor Radon von Anfang an in die Bauplanungen einzubeziehen.

Das Strahlenschutzgesetz
Das Strahlenschutzgesetz legt für den Gesundheitsschutz einen Referenzwert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen fest. Wird dieser Wert überschritten, sollten Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration ergriffen werden. Der Referenzwert stellt nicht die Grenze zwischen einer „gefährlichen“ und einer „ungefährlichen“ Radonaktivitätskonzentration dar. Nach dem Optimierungsprinzip im Strahlenschutz gilt: Auch unterhalb einer Radonkonzentration von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft ist es sinnvoll zu prüfen, ob die Radonkonzentration durch einfache Maßnahmen weiter gesenkt werden kann.

Wo kommt Radon in NRW vor?
Radon kommt überall vor. Wieviel Radon im Boden, in der Außenluft und in Innenräumen vorhanden ist, ist in Nordrhein-Westfalen regional sehr unterschiedlich. Dort, wo besonders viel Radon in Gebäude eindringen kann, sieht das Strahlenschutzgesetz grundsätzlich spezielle Schutzmaßnahmen vor. Radon ist im Boden nicht gleichmäßig verteilt. Aufgrund von Geologie und Bodenbeschaffenheit kann in manchen Regionen mehr Radon entstehen und aus dem Boden entweichen als in anderen. Einige Gesteine (z. B. Schwarzschiefer, Granit) sind dafür bekannt, dass sie geringfügig erhöhte Mengen Uran enthalten und dadurch verstärkt Radon freisetzen können. In Nordrhein-Westfalen kommen Gesteine mit erhöhter Radonbildung zum Beispiel im Rheinischen Schiefergebirge vor.

Seit etwa 30 Jahren wird die Radonkonzentration in der Bodenluft deutschlandweit systematisch gemessen und kartiert. Bei einer ersten Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums wurden bis 2003 an insgesamt mehr als 4.000 Messorten in Deutschland die Daten von Messungen der Bodenluft in einem Meter Tiefe analysiert. Rund 450 Messpunkte lagen dabei in Nordrhein-Westfalen und gaben eine grobe Orientierungshilfe dafür, wie viel Radon wo im Boden vorkommt. Seit 2019 hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen weitere Messprogramme zu Radon in der Bodenluft sowie in Innenräumen in Auftrag gegeben. Damit soll die Aktivitätskonzentration von Radon an zahlreichen zusätzlichen Standorten in Nordrhein-Westfalen gemessen werden, um präzisere Informationen über das Vorkommen von Radon zu erhalten. Die neuen Messwerte werden auch an das Bundesamt für Strahlenschutz weitergegeben und fließen dort in die deutschlandweite Kartierung mit ein.

Hier gelangen Sie direkt zur Website der Zentralen Radonstelle NRW: www.radon.nrw.de