vergabe.NRW - Version 4.0 kommt

Mehr als 100 Teilnehmer auf Anwendertag in Herne

vergabe.NRW ist in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland die zentrale Plattform für das öffentliche Auftragswesen. Die Lösung von d-NRW und der cosinex GmbH ist seit beinahe 20 Jahren im Einsatz und bildet nahezu den gesamten Beschaffungsprozess in elektronischer Form ab. Die Mitte 2019 erscheinende Version 4.0 setzt noch einmal zusätzliche Akzente und greift aktuelle Entwicklungen auf. Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung kamen am 08.05.2019 zum Anwendertag nach Herne, um sich selbst ein Bild über die Neuigkeiten zu machen.

Ralf Sand vom Ministerium der Finanzen des Landes NRW moderierte die Veranstaltung und gab zu Beginn einen kurzen Überblick über die Geschichte von vergabe.NRW. Version 1.0 aus dem Jahr 2000 war als erste Informationsplattform zum öffentlichen Auftragswesen in Deutschland bahnbrechend. Mit vergabe.NRW 2.0 (2006) wurde der heute von zahlreichen Kommunen genutzte Vergabemarktplatz eingeführt, bevor Version 3.0 in 2015 das responsive Design aufgriff. Die Weiterentwicklung vergabe.NRW 4.0 wird erstmals im von der d-NRW AöR und publicplan entwickelten Landes CMS nrwGOV erscheinen. Vorteile dieser Lösung auf Drupal-8-Basis sind etwa ein modernes Kacheldesign und verbesserte Barrierefreiheit.

Thorsten Schneider von der cosinex GmbH stellte rückblickend die Programmneuerungen der vergangenen zwölf Monate vor. Dazu zählten beispielsweise das neue Modul „Beschaffungsmanagement“, individuelle Konfigurationsmöglichkeiten bei E-Mail-Benachrichtigungen oder die Erstellung von Unternehmensdatensätzen mit nur einem Klick.

 Einen Ausblick auf die Zukunft von vergabe.NRW gab cosinex Geschäftsführer Carsten Klipstein: Mit dem Modul „E-Rechnung“ kommen Verwaltungen künftig ihrer Pflicht nach, elektronische Rechnungen im XML-Format entgegennehmen und verarbeiten zu müssen. Das Modul „Vergabemanagementsystem“ punktet mit der Überwachung von Vertragslaufzeiten, Erinnerungs- und Aufgabenfunktionen sowie zusätzlichen Auswertungsmöglichkeiten für Controller. Die direkte Öffnung elektronischer Angebote für VMS-Verfahren bietet das Modul „E-Angebotsservice“. Außerdem wird derzeit ein Unternehmenskonto mit einer Single-Sign-on-Funktion entwickelt.

Zu den kommenden Herausforderungen im Bereich e-Vergabe zählt Klipstein die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und neue EU-Formulare, die für Mitte 2020 angekündigt sind.