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Ansprechpartner: Dr. Roger Lienenkamp
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VERNETZTE VERWALTUNG

Think Tank, Zukunftswerkstatt, Denkfabrik, Experimentierfeld, Erprobungsraum, wie auch immer man es nennen mag, die Entwicklung von Zukunftsszenarien ist fester Bestandteil der Arbeit von d-NRW, wobei es nicht beim bloßen „Nachdenken“ bleibt. Ein wesentliches Erkenntnisinteresse von d-NRW liegt in der Fragestellung, ob die Leitbilder und Szenarien von heute geeignet sind, zur Realität von morgen zu werden. Dieser Frage gehen wir im Rahmen von Modellversuchen nach.

Die Informationstechnik gestattet es, Prozesse räumlich auseinander zu ziehen, so dass einzelne oder mehrere zu Modulen zusammengefasste Prozessschritte organisationsübergreifend neu verteilt werden können. Dabei werden Glieder einer gesamten Prozesskette dahin gehend analysiert, ob sie kooperationsgeeignet sind. Wenn z.B. die genaue Kenntnis von Land und Leuten nicht erforderlich ist, können Teile eines Prozesses weitab vom Ort des Geschehens bzw. der Übergabe an den Adressaten ablaufen.

Die zukünftige Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit öffentlicher Verwaltung wird entscheidend von ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Veränderung bestimmt. Außerdem verstärkt sich in Zeiten knapper Finanzen der Druck auf die Kommunen, ihre Aufgaben effizienter wahrzunehmen. Damit sie auch in Zukunft handlungsfähig bleiben, müssen sie die Gestaltungspotenziale kommunaler Zusammenarbeit intensiver nutzen. Insbesondere die durch die heutige Informationstechnologie mögliche Trennung – räumlich, zeitlich und organisatorisch – der Erstellung und des Vertriebs von Verwaltungsdienstleistungen führt zu neuen Organisationsformen und -strukturen, die nicht nur eine effizientere, sondern auch eine stärker bürgerorientierte Aufgabenwahrnehmung ermöglichen.

Die neuen vielfältigen Kooperationsformen und -strukturen, wie z.B. gemeinsam genutzte Dienstleistungszentren, führen zu einem Paradigmenwechsel kommunaler Verwaltungspraxis. Die Leistungen einer einzelnen Kommune für ihre Bürgerinnen und Bürger liegen nicht mehr in ihrer Alleinverantwortung, sondern sie sind das Ergebnis eines gemeinsamen Produktionsprozesses mehrerer Kommunen über kommunale Grenzen hinweg; es bildet sich eine „vernetzte Verwaltung“ der beteiligten Kommunen, die bestehende Raumordnungsstrukturen verändern kann. Allerdings: Gesetzlich geregelte Zuständigkeiten der Verwaltung sind ein unverzichtbares Element rechtsstaatlich-demokratischen Verwaltungshandelns, denn sie gewährleisten Zurechenbarkeit und Verantwortlichkeit staatlichen Handelns. Müssen sich dann auch die neuen Formen des Verwaltungshandelns in die bestehende institutionelle örtliche Zuständigkeitsordnung einfügen?

d-NRW plant, koordiniert und begleitet die Modellversuche in Nordrhein-Westfalen in Abstimmung mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales NRW und interessierten Kommunen.

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1. Abschlussbericht des Modellversuchs Vernetzte Verwaltung