Hilfe per Mausklick

Landesregierung fördert Wiederaufbau in Hochwassergebieten

Die Starkregen- und Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 hat auch Teile von Nordrhein-Westfalen hart getroffen und in einigen Orten starke Spuren hinterlassen. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen so schnell wie möglich umfassende Hilfen für den Wiederaufbau zukommen zu lassen. Nur wenige Tage nach den Beschlüssen von Bundestag (7. September 2021) und Bundesrat (10. September 2021) für ein Aufbauhilfegesetz 2021 für die betroffenen Regionen können Betroffene in Nordrhein-Westfalen Förderanträge für den Wiederaufbau stellen. Die Landesregierung stellt Mittel in Höhe von rund 12,3 Milliarden Euro aus dem Aufbaufonds 2021 bereit. Am 13. September 2021 hat sie die dazugehörende Förderrichtlinie „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht.

Seit dem 17.09. können Betroffene der Hochwasserkatastrophe Wiederaufbauhilfen online beantragen. Das Fachverfahren Wiederaufbau.NRW haben die Partner d-NRW und BMS Consulting in Rekordzeit umgesetzt. Weniger als einen Monat dauerte die Entwicklung der Software auf Basis von Förderplan.web. „Wir konnten auf eine bewährte Technologie aufsetzen, die bereits von mehreren Landesministerien eingesetzt wird. Daher war es uns möglich, schnell und unbürokratisch eine passende Lösung für die Onlineanträge zu entwickeln,“ so Fabian Thiel, Projekt- und Teamleiter bei d-NRW. Auftraggeber des Verfahrens ist das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Was ist förderfähig?

Die Förderung erfolgt als Billigkeitsleistung in Höhe von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Für denkmalpflegerischen Mehraufwand beträgt die Billigkeitsleistung bis zu 100 Prozent. Bei Mietausfällen bzw. der Verringerung von Mieteinahmen, die unmittelbar durch das Schadensereignis eingetreten sind, können Einkommenseinbußen geltend gemacht werden.

Für Schäden am eigenen Hausrat wird in der Regel eine Pauschale gewährt, die sich an den im Haushalt zum Schadensereignis gemeldeten Personen bemisst. Einem Ein-Personen-Haushalt stehen 13.000 Euro zu, Mehrpersonenhalte erhalten eine gestaffelt höhere Pauschale (13.000 Euro für die erste Person, für Ehegatten oder Lebenspartner 8.500 Euro, für jede weitere dort gemeldete Person 3.500 Euro).

Förderfähig sind bis zur Höhe des entstandenen Schadens beispielsweise die Kosten

  • zur Beseitigung von Schäden an Wohngebäuden, an sonstigen baulichen Anlagen, die für die Funktionsfähigkeit der privaten Wohngebäude einschließlich Garagen und Stellplätze erforderlich sind,
  • zur Beseitigung von Schäden an Bachuferbefestigungen
  • sowie Maßnahmen zur Neuerrichtung oder zum Erwerb von gleichartigen Wohngebäuden als Ersatz für durch das Schadenereignis zerstörte oder das nachweislich nicht mehr nutzbare Wohngebäude - einschließlich der baulichen Sicherung.

Servicetelefon „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen"

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat zusätzlich das Servicetelefon „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen" für geschädigte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline beantworten ab dem 14. September 2021 grundsätzliche Fragen zum Verfahren bei der Beantragung von Hilfen für den Wiederaufbau. Das Servicetelefon „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen" ist montags bis freitags in der Zeit von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr und samstags und sonntags in der Zeit von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr unter der Nummer 0211 / 4684-4994 erreichbar.

Hier können Sie Anträge auf Wiederaufbauhilfen stellen: https://www.wiederaufbau.nrw/onlineantrag#login