Aus Theorie wird Praxis

Wie der Kommunalpakt in die Umsetzung kommt

Mit dem Kommunalpakt ist eine Verabredung zum Roll-In von EfA-Diensten zwischen Bund, Ländern und Kommunen geschaffen. Diese Vereinbarung bedarf der Operationalisierung in den Ländern. Hierbei gehen die Länder bislang getrennte Wege. Damit bleiben Synergien ungenutzt und Optimierungspotenziale ungehoben.

An dieser Stelle kommt KODO (Kommunale Digitalisierungsorganisationen) ins Spiel. KODO - das sind vier Kommunale Digitalisierungsorganisationen. Als Zusammenschluss der Kommunalvertreter d-NRW, BayKommun, ITVSH und eGo.Saar schafft KODO ein agiles Netzwerk zur operativen Umsetzung des Kommunalpaktes und darüber hinaus. Dabei geht es neben dem Austausch von Best-Practises auch um die konkrete Schaffung gemeinsamer Standards zur Unterstützung des Roll-In in den Ländern. Dies beschleunigt den Roll-In für die Kommunen und reduziert die kommunale Komplexität für die Dienstanbieter. KODO arbeitet eng mit der FITKO zusammen und spielt so die Erfahrungen auch auf die Bund-Länder Ebene zurück, um z. B. Beschlussfassungen im IT-Planungsrat mit Praxiserfahrung anzureichern. Auf dem Diskussions-Panel stellen Vertreter von KODO unterschiedliche konkrete Projektansätze - wie den EfA-Steckbrief - vor. Zudem werden Kommunen und Dienstanbieter von Ihren Erfahrungen im Roll-In berichten.

Wie der Kommunalpakt mithilfe von KODO umgesetzt wird, trug Cansu Aktepe, Seniorprojektmanagerin bei d-NRW auf dem 12. Fachkongress des IT-Planungsrats vor. „Der größte Mehrwert, den ich sehe, ist der wertvolle Austausch von Best-Practices, Erfahrungen sowie die Nutzung von Synergien zur Unterstützung des Roll-Ins und somit der Endnutzer in unseren Ländern,“ so Aktepe. Alle an KODO beteiligten Organisationen beschäftigt die Frage: Wie können wir die Kommunen dazu bewegen und diese dabei unterstützen Online-Dienste anzubieten bzw. bestehende EfA-Lösungen zu nutzen? Mit der KODO-Gruppe besteht eine Möglichkeit, gemeinsam zu bestehenden Problemen oder Herausforderungen Lösungsansätze zu entwickeln. So muss nicht immer das Rad neu erfunden werden. Gemeinsam mit Baykommun hat d-NRW beispielsweise den sogenannten „EfA-Steckbrief“ ausgearbeitet. Dieser soll kurz und kompakt alle wichtigen Informationen zu einem Online-Dienst zusammenfassen. Bisher werden sehr umfangreiche Anbindungsdokumente zur Verfügung gestellt, sodass die Endnutzer vor eine große Hürde gestellt wurden. Mit dem EfA-Steckbrief sollen die Kommunen Informationen wie etwa zu den kompatiblen Fachverfahren oder Transportwegen auf einen Blick erhalten. „Wir möchten damit Prozess der Nachnutzung aus Sicht der Endnutzer mitgestalten und die Interessen der Kommunen vertreten, um diesen Prozess aus kommunaler Sicht zu optimieren“, sagt Cansu Aktepe.

Als Vermittler zwischen den Kommunalen Digitalisierungsorganisationen und den Kommunen braucht es außerdem Multiplikatoren, wie beispielsweise das Digitalbüro Ostwestfalen-Lippe. Dort sitzen Vertreter:innen aus den Kommunen, die sich der Aufgabe annehmen, Kommunen und Kreise aus der Region Ostwestfalen-Lippe im Rahmen der OZG-Umsetzung zu unterstützen.

Das nächste Treffen der KODO-Gruppe wird im Frühsommer 2024 in Kiel stattfinden.